GPLcontemporary | Rouven Dürr
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Rouven Dürr

In Rouven Dürrs Studio stehen, soweit ich es gesehen habe, vier bis fünf Skulpturen auf Tischen und einige gerahmte Arbeiten lehnen an den Wänden. Die Skulpturen stehen in einem sehr speziellen Verhältnis zu den Papierarbeiten. Sie tauschen sozusagen ihren Charakter.

Ich habe, nach einiger Zeit des Schauens, die Figuren in den Arbeiten auf Papier als dreidimensionale Formen wahrgenommen und, umgekehrt, die Skulpturen als flache zweidimensionale Strukturen. Ich denke, ein wunderschöner Aspekt vom Raum ist, dass er die Dinge in Bewegung hält. Dürr hat mit seinen Skulpturen und Zeichnungen den Raum aufgespannt bzw. aktiviert, sodass zwischen den beiden Werkgruppen eine Durchlässigkeit entsteht, aus der heraus sich die Arbeiten aus ihrer medienimmanenten Sackgasse befreien können. Er infiziert die Skulptur, in welcher der dreidimensionale Aspekt evident ist, mit einer Zweidimensionalität, einer Flachheit, die erst den eigentlichen Raum, den Mondrian „Plastizität“ nannte, schafft.

Ich glaube, dass die Zeichnung und die Plastik in Dürrs Werk sich brauchen, ja sich bedingen. Diese Verkettung ist ein Aspekt, der oft bei Bildhauern auftritt, siehe Henri Laurens, Giacometti, Bruce Naumann. Bei der großen Tuschearbeit, die einem Oktogon ähnelt, wirkt die Form, als ob man einer Skulptur die Haut abgezogen und sie auf ein Gerüst gehängt hätte. Also wieder der Weg zurück, vom Zweidimensionalen zum Dreidimensionalen. Ein Kreislauf, der ein ganzes Bildhauerleben füllt und der nicht aufhört. (Michael Horsky)

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